Die Musik lebt weiter: Flügel an der Altstadt-Grundschule Bergen feierlich eingeweiht

Manchmal liegen Vollendung und Abschied auf bewegende Weise nah beieinander. Die feierliche Einweihung des restaurierten August-Förster-Flügels in der Bergener Altstadt-Grundschule am 24. März war so ein Moment. Wenige Wochen zuvor war der Initiator des Restaurationsprojekts, unser langjähriger Chorleiter Knut Furthmann, nach kurzer schwerer Krankheit verstorben und konnte den gelungenen Abschluss seines Herzensprojekts nicht mehr erleben. In der in warmes Licht getauchten Aula mit ihrem sandfarbenen Bühnenbehang war an jenem Dienstagabend neben aller Freude über den restaurierten Flügel daher auch ein stilles Gedenken an Knut und sein musikalisches Wirken präsent.

Im Juli vergangenen Jahres hatten wir in einem Blogartikel bereits über die Geschichte des Flügels berichtet. Zahlreichen Sponsoren, Unterstützern und Mitstreitern ist es zu verdanken, dass das traditionsreiche Instrument umfassend erneuert werden konnte und nun wieder mit seinem ursprünglichen Klang an seinen angestammten Platz zurückgekehrt ist. Sichtlich bewegt hat dies auch Joachim Fockenbrock. Der ehemalige Musiklehrer der Schule und Rügener Chorleiter, inzwischen 91 Jahre alt und noch immer als Komponist und Arrangeur für den Rügener Frauenchor aktiv, hatte den Flügel einst für die Schule angeschafft. Nun, mehr als 50 Jahre später, wurde ihm die Ehre zuteil, den restaurierten Flügel als Erster erklingen zu lassen. Dass Joachim Fockenbrock den Abend musikalisch mitgestaltete, verlieh der Einweihung eine eindrückliche Note. Bewahrt wurde somit nicht nur ein wertvolles Instrument, sondern auch ein Stück gelebter Musik- und Inselgeschichte.

Der Konzertabend spiegelte diesen Gedanken in jedem der Programmbeiträge wider. Nach der Begrüßung durch Dr. Anne Schöning, den Worten des Fördervereins und der Danksagung an die Unterstützer erläuterte Matthias Kunze vom Piano-Haus Kunze aus Schwerin, welche Herausforderungen es bei der aufwendigen Restaurierung des Instruments zu meistern galt. Und dann war es so weit: Der Flügel erklang wieder – mal sanft und verträumt, mal kraftvoll und lebhaft. Das Programm spannte einen Bogen von Chopin und Debussy über Elgar und Eisler bis hin zu Volksliedern und einem vertonten Gedicht aus Knuts Feder. Neben unserem Chor wirkten als Solisten und Instrumentalisten auch Louis Proce, Monic Cornelius und Marta Grossmann mit. Wunderbar war es zu erleben, wie der Flügel in all den unterschiedlichen Klangfarben zur Geltung kam.

Drei traditionelle Lieder, darunter das „Rügenlied“ von Walter Flegel, wurden zum Abschluss mit allen gemeinsam gesungen. Ein bewegender Ausklang für einen Abend, der gezeigt hat, was Musik vermag: Erinnerungen lebendig zu halten, Generationen zusammenzubringen und kulturelles Erbe weiterzutragen. Wir sind sicher: Knut hätte sich über dieses Einweihungskonzert von Herzen gefreut.

Glänzt wieder wie neu und klingt auch so: Das traditionsreiche Instrument wird auch kommende Schülergenerationen begleiten.

Fast wie in einem Kammermusiksaal: Wir gestalteten das Programm mit mehreren Liedern aus unserem Repertoire mit.

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